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Steine auf dem Weg – Endometriose

Steine auf dem Weg – Endometriose

Mein Mann und ich waren bereits seit 10 Jahren glücklich und ein eingeschworenes Team.
Wir beide wussten, das es für mich nicht ganz leicht sein würde schwanger zu werden.
2006 wurde bei mir Endometriose* diagnostiziert. Leider hatte diese ganze 11 Jahre lang ohne Behandlung vor sich hin „gelebt“ und dabei einige Schäden angerichtet.

Seit her musste ich die Pille nehmen um die Endometriose im Schach zu halten. Als ich sie absetzte und einige Zyklen ohne Erfolg vergingen sagte mein Mann immer:

“Schatz, vielleicht hab ich ja auch keine Tinte auf der Feder. Es klappt, wenn es klappen soll. Und wenn nicht, dann eben nicht. Dann haben wir immer noch uns.“

Für diese positive Einstellung danke ich meinem Mann heute noch, denn es war für mich eine schwere Zeit. Nicht nur das das Absetzen der Pille zu erneut starken Regelschmerzen geführt hatte, je länger ich nicht schwanger wurde, umso unwahrscheinlicher würde es werden, da die Endometriose ihr zerstörerisches Werk fortsetzte.
Selbst meine Gynäkologin riet mir, schnell schwanger zu werden. Aber dies ist leider immer leichter gesagt als getan.
Es verging mehr als ein halbes Jahr und ich sah es schon kommen, das ich mich bald wieder einer Bauchspiegelung unterziehen müsste, wenn ich länger ohne Pille blieb.

Ich weinte wenn der Test negativ war und stellte mich auf die schlimmsten Schmerzen ein, die auch meist einsetzten. Frauen die ebenfalls Endometriose haben, wissen das diese Schmerzen kein Spaziergang im Park sind.
Meine Schmerzen kamen in Wellen, fast schon wie Wehen. Der Schmerz über rollte mich, raubte mir meinen klaren Verstand und sorgte dafür das mein Kreislauf zusammenbrach. In einigen Fällen musste ich den Notarzt rufen, da ich kurz vor einem totalen Kollaps stand.
Besonders ist mir der Notarzt in Erinnerung geblieben, der meinen Mann erschrocken fragte:“ Ist ihre Frau immer so bleich?“ Zu dem Zeitpunkt war ich bereits meist nicht einmal mehr ansprechbar.
Gerne erinnere ich mich noch an die nette Aussage des Arztes der meine Endometriose bei der Bauchspiegelung rausgeschnitten hatte. Er sagte:“ Ich kann mir nicht vorstellen, was da so weh getan haben soll.“
Kein Uterus – Keine Meinung. Selbst meine Gynäkologin fand diese Aussage mehr als frech.

Die Endometriose hatte mein Leben bereits so im Griff, das ich die Tage im Kalender vormerken musste an denen ich die Regel erwartete. An diesen Tagen habe ich bewusst nicht gearbeitet bzw. in meinem Teilzeitjob die Termine durch andere getauscht.
Ein gutes hatte das Absetzen der Pille jedoch. Ich fühlte mich endlich wieder mehr wie ich selbst. Mein altes Körpergefühl war wieder da und meine Stimmung war im allgemeinen wieder fröhlicher und unbeschwerter.
Doch wie würde es nun weitergehen? Bauchspiegelung? Erneute Pilleneinnahme?
Ich vereinbarte einen Termin bei meinem Arzt um weitere Dinge zu besprechen. Ich entschied mich, ein Pause einzulegen und zugleich alles andere wieder auf Kurs zu bringen. Vielleicht auch, um meinen Kopf eine Pause zu gönnen.
Da unser Urlaub jedoch noch bevor stand, verschoben wir alle Arzttermine auf später und ließen endlich mal die Seele baumeln.
Was dann geschah, war eine unheimliche Fügung des Schicksals.

*Kurzinfo: Was ist Endometriose?
Endometriose ist eine Überproduktion von Gebärmutterschleimhaut die sich auch außerhalb der Gebärmutter bilden kann. (Eileiter, Darm, Eierstöcke & Gebärmutter) Sie kann je nach schwere der Endometriose nicht nur zu starken Schmerzen und Regelblutungen führen, sondern auch zur Unfruchtbarkeit.
Die Endometriose wird durch eine Bauchspiegelung diagnostisziert und mit der Einnahme der Pille behandelt. Alternative Methoden wie Ernährung, Yoga und Akupunktur können ebenfalls abhilfe schaffen.
Wenn sie einen Verdacht bei sich haben, sprechen sie bitte mit Ihrem Gynäkologen!

 



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