Mama, Kind und Lifestyle

14.Woche – Rindersuppe zum Frühstück

14.Woche – Rindersuppe zum Frühstück

Nach den positiven Ergebnissen des Ersttrimester Screenings starteten wir die Woche relativ entspannt. Vielleicht ein wenig zu entspannt. Denn eines Morgens stand ich auf und hatte auch schon meine einzige Tasse Kaffee intus, als es begann. Auf einmal drehte sich alles, mein Körper begann zu zittern und ich schlich an der Wand entlang zurück ins Schlafzimmer. Mein Mann war bereits wach und bemerkte wie kreidebleich ich war. Ich wollte nur noch eins.

„Suppe! Salz! Wasser!“ 
 

Mein Mann sprintete in die Küche und machte mir auf die schnelle eine kleine Tassensuppe fertig. Und das um 8:00 morgens.
Ich lag im Bett und wollte mich nicht mehr bewegen. Die Beine hochgelegt kippe ich soviel Wasser in mich wie ich konnte.
Da kam mein Mann auch schon mit der Suppe.
Die aß ich so schnell es nur ebend ging, weil ich wollte das mein Kreislauf sich wieder stabilisierte. Rindersuppe zum Frühstück hört sich im ersten Moment unglaublich eklig an, aber es hat so gut getan. Es dauerte nicht lange und mein Kreislauf war wieder stabil.
Nach einer halben Stunde war ich dann bereit, vorsichtig aufzustehen, aber ich ließ es dann für den Rest des Tages eher ruhig und langsam angehen.
Einen Tag später, geschah das gleiche erneut.

Mein Blutdruck sank weit nach unten, das Zittern begann und wieder brauchte ich Salz und Wasser. 

Diese Woche hatte mir eine Lektion erteilt. Umbedingt kleine fertig Suppen im Haus haben. Oder Brühe. In der Woche darauf erfuhr ich von meinem Frauenarzt, wie niedrig mein Blutdruck war, und das trotz der allgemeinen Aufregung der Untersuchung. Viel zu niedrig. (90/60 im total aufgeregten Zustand)
Allerdings hatte ich mich genau richtig verhalten. Die Ärztin riet mir zur Brühe, Ruhe und alles langsam machen. Kreislauf mit Wechselduschen in Schwung bringen, langsam spazieren gehen. Ich war froh, dass ich bisher nicht in Ohnmacht gefallen war. Doch für meinen Job hieß dies erst einmal „Keine Frühschichten!“ Weil es mir Vormittags meist am schlechtesten ging.
Ich war schon irgendwie enttäuscht, aber andererseits auch erleichert, weil ich wirklich große Sorgen hatte dass ich in Ohnmacht fallen könnte.
Meine Kollegen waren mir natürlich nicht böse, es ist nun mal besser für mich und das Baby. Niemand will, dass ich in der Frühschicht zusammenklappe. Da ich auch alleine arbeite, würde es noch nicht mal jemand bemerken, daher war ich ganz froh diese Sorge los zu sein.
Wie sich mein niedriger Blutdruck weiter entwickelte, steht noch in den Sternen, aber ich versuche alles ihn auf Trab zu bekommen. Das ist ja auch als werdene Mami nicht schön, wenn es einem ständig schwarz vor Augen wird.

Zur gleichen Zeit in einer meiner Spätschichten, ließ ich dann auch bei der Arbeit die Bombe platzen. Wie oben schon geschrieben, wusste nur mein Team Bescheid von der Schwangerschaft. Mein Team beinhaltet auch meinen Chef.  (Die Reaktionen und wann ich es ihm gesagt habe, schreibe ich noch in einem Extra-Posting! 🙂 )

In der Personalabteilung war nach diesen Neuigkeiten die Hölle los. 

Die Mädels schrien auf und freuten sich über den Nachwuchs „in der Firma“. Bilder wurden verlangt und tausend Fragen prasselten auf mir nieder. Einige wussten, von meiner „eigentlichen Unfruchtbarkeit“ oder wie wenig wahrscheinlich eine Schwangerschaft bei mir sein würde.
Alle zusammen waren sehr aufgeregt und streichelten meinen Bauch, obwohl da noch gar nichts zu sehen war. Selbst die ranghöchste Chefin, die über meine befristete Stelle bestimmt, habe ich es persönlich gesagt. Sie würde so oder so von meiner Schwangerschaft erfahren, da wollte ich lieber gleich in die Höhle des Löwen und es ihr selber sagen. Auch wenn es dann vermutlich nicht zu einer weiteren Verlängerung meines Arbeitsvertrages kam.
Ich hatte keine Ahnung, wie sie reagieren würde, weil sie definitiv eine Karrierefrau war. Ich dachte immer, sie würde nicht viel von Kinder halten. Doch sie reagierte ganz anders.
Sie freute sich und als ich ihr sagte, dass es ein Wunder für mich sei wegen meiner Endometriose, gestand sie, dass sie ebenfalls an Endometriose litt. Auch wenn wir nicht viel gemeinsam hatten und ich sie für eine Karrierefrau hielt, einte uns diese eine Krankheit. Sie wusste selbst aus eigener Erfahrung wie schwer es war schwanger zu werden mit dem Krankheitsbild Endometriose. Sie freute sich so sehr und umarmte mich herzlich.

Manchmal bekommt man die meiste Freude von Menschen, bei denen man es am wenigsten erwartet. 🙂 


Fakten der 14.Woche meiner Schwangerschaft: 

 
Symptome: Sehr niedriger Blutdruck
 
Gewicht: 67,2 kg – Vor Schwangerschaft : 65,0 kg (BMI 22,5)
 
Heißhunger: Kokos-Schokolade, Suppen & Chips.
 
Und unser Böhnchen?: Unser Böhnchen ist diese Woche schon so groß wie eine Nektarine! Ich hatte ein paar davon im Haus und legte meinem Mann eine davon wortlos in die Hand.
Er fragte, was das soll und als ich ihm sagte das Böhnchen jetzt in etwa so groß war, hielt er die kleine Nektarine stolz in seinen großen Händen.
 


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