Mama, Kind und Lifestyle

16. Woche – Krisensituation

16. Woche – Krisensituation
Ich wusste, dass diese Woche eine sehr unangenehme Woche für mich werden würde. Dass aber gleich eine Notfallsituation eintreten würde, damit hatte ich im Leben nicht gerechnet.

 
Alles begann mit dem unangenehmen Teil der Woche. Die anstehende Zahnbehandlung. Zwei Füllungen waren mehr als hinüber und ich wollte sie schon lange machen lassen. Als Phobiker ist dies nicht immer das Leichteste, aber es musste ja gemacht werden.
 
Wer sich an meinen Post erinnert, in dem ich von Pause sprach um einige Dinge zu ordnen und um meinen Körper mit der Endometriose eine Pause zu können und die Pille wieder zu nehmen..
Nun der Zahnarzt Termin war eine der Dinge, die ich erledigen wollte. Doch in der geplanten Pause vom Kinderwunsch, hatte sich ja ein kleines Etwas eingeschlichen. 😉
 
Meine Hebamme meinte das eine Zahnbehandlung eher im 2.Trimester besser wäre. Um als Phobiker nicht noch eine Fehlgeburt auszulösen. (Wegen dem hohen Eigenanteil von Stress und Angst)
Ich vereinbarte also schon im Wochen vorraus einen Termin um gleich zwei Zähne wieder neu zu befüllen.
Ein kurzer Hintergrund meiner Phobie. Meine ehemalige Zahnärztin hat leider sehr stark gepfuscht. Jede Füllung die sie gesetzt hat, wurde nicht entsprechend gereinigt und trocken gelegt. So kamen Bakterien unter jede einzenle Füllung. Dies waren nun die letzten beiden „schlimmen“ Füllungen die ersetzt werden mussten. Und natürlich war jede Menge Karies drunter. Selbst mit Betäubung hatte ich Nervenschmerzen beim Bohren.
 
Doch all das war nichts im Vergleich zu dem was dann kam.
 
Kurz vor meinem Termin, erfuhren wir per Telefon, das die Stiefmutter meines Mannes im Krankenhaus lag. Mit einem Hirntumor so groß wie ein Tenniball.
Ihr Überleben war fraglich, denn die Ärzte staunten bereits dass sie noch lebte.
Wir waren natürlich am Boden zerstört. Mein Schwiegervater war vertsändlicherweise nur am Weinen und brach mehrere Male zusammen.
Mein Mann blieb die ganze Zeit über bei seinem Vater und wich ihm nicht von der Seite.
Und ich lag da also auf dem Stuhl beim Zahnarzt und hatte Angst, dass ich „Schmerzen beim Bohren“ haben würde.
 
Das Ganze war so suspekt und im Vergleich zu dem Hirntumor nahezu lächerlich, dass ich aufhörte mir über meine Phobie Sorgen zu machen. Es gab wichtigeres im Leben als die Angst vorm Zahnarzt.
 
Die anschließende Nacht war für uns alle schwer, denn am Morgen würden sie operieren, nachdem man sie ins künstliche Koma gelegt hatte.
Ob sie überleben würde, war nicht sicher. Ob sie evtl. Hirnschäden nach der OP haben würde, war auch nicht sicher.
Der Tumor lag vor dem Hirn in der Nähe der Augen. Das einzig positive war, dass er nicht das Hirn selbst befallen hatte, sondern „nur“ davor wuchs. Also war kein gesundes Gewebe befallen. Doch er drückte stark auf’s Gehirn und musste umbedingt entfernt werden.
Der erleichternde Anruf kam 10 Stunden nach der OP. Sie hatte es geschafft und war stabil. Zwar lag meine Stiefschwiegermutter noch auf der Intensivstation, aber alles schien soweit gut verlaufen zu sein.
Sie reagierte bereits auf die Stimme ihres Mannes, konnte aber noch nicht sprechen. Noch stehen ihr eine Menge schwerer Stunden bevor, doch die schwere OP ist geschafft und wir sind alle guter Dinge, dass sie es schaffen wird. Jetzt geht es nur noch darum, dass sich ihr Wille zum Überleben durchsetzt und ihre körperliche Kraft mitspielt.
 
Diese Woche hat mir noch einmal gezeigt, wie viel Sorgen man sich um Nichtigkeiten macht. Aber dies wird einem wirklich erst bewusst, wenn eine echte Krise eintritt.
 
 
Wie verhalte ich mich in einer schweren Situation als Schwangere? 
 
Es gibt kein Patentrezept, wie man sich dann verhält. So etwas kann man nicht üben oder einstudieren. Wichtig ist, dass man sich zumindest versucht zu entspannen und positiv zu denken. Ich konnte diese Woche gar nicht richtig auf mein Böhchen horchen, sondern habe natürlich nur an meine Stiefschwiegermutter gedacht.
Doch dann und wann, streichelt man seinen runden Bauch und einem fällt auf, dass man nicht allein ist. Und das gibt einem dann wieder Kraft, die Situation zu meistern.
 
Kurzinfo: Zahnbehandlung in der Schwangerschaft 
 
Am besten eignet sich das 2.Trimester für anstehende Zahnbehandlungen. Hier ist das Baby bereits voll entwickelt und wird nicht in der Hauptwachstumsphase und Entwickling gestört.
Spritzen gibt es natürlich auch für Schwangere Frauen. Diese enthalten kein Adrenalin und sind somit auch absolut verträglich für das Baby.
Wer allerdings Zahnschmerzen hat, egal im welchen Trimester, sollte in jedem Fall zum Zahnarzt gehen.
(Quelle: Gespräch Hebamme & Zahnärztin)
 
 
 
 
Fakten der 16.Woche meiner Schwangerschaft: 
 
Symptome: Sehr niedriger Blutdruck (90/60) Ziehen im Unterleib – Dehnung der Mutterbänder. Schneller außer Atem, Schwierigkeiten beim Schlafen.
 
Gewicht: 67,7 kg – Vor Schwangerschaft : 65,0 kg (BMI 22,5)

Heißhunger: Chips & Käse. (Natürlich Käse.. scheint meine Nr.1 in der Schwangerschaft zu sein.) 

Und unser Böhnchen?: Unser Böhnchen ist nun so groß wie eine Avocado! Noch habe ich leider keine Bewegung gefühlt. Allerdings ist jetzt deutlich sichtbar, das ich Schwanger bin. Zumindest, wenn ich etwas eng anliegendes am Bauch trage. Unser Böhnchen ist jetzt fast 10 cm groß und müsste fleißig im Bauch zappeln. All diese Übungen sind jetzt zur Muskelstärkung. Außerdem versucht Böhnchen nun den Kopf und Nacken aufzurichten.
Sehr spannend ist auch, dass es in dieser Woche schon die ersten Geräusche hören kann. Hauptsächlich natürlich nur das Schlagen meines Herzens und viele schöne Magen Darm Geräusche. Allerdings soll das Baby dies als beruhigend empfinden.
Da es meine Stimme vermutlich gedämpft hört, hat auch mein Mann angefangen mit Böhnchen zu reden. Ab jetzt legen wir jeden Abend die Spieluhr auf den Bauch, damit sich unser Böhchen an die Melodie gewöhnt und daran erinnern kann, wenn es geboren ist.

 



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