Mama, Kind und Lifestyle

19.Woche – Es ist ein Mädchen!


Müdigkeit, Migräne und Übungswehen. All diese schönen Dinge sorgten dafür das die 19. Woche meiner Schwangerschaft weniger schön wurde.
Ich schlief den ganzen Tag fast schon nonstop und nebenbei ließ ich alte TV Serien laufen. Aktuell gerade Friends.
Ein falscher Dreh im Bett und schon waren die Schmerzen da. Übungswehen die in Wellen über mich her rollten und dann wieder verebbten. Solche Schmerzen war ich dank meiner Endometriose schon lange gewöhnt. Aber natürlich macht man sich auch in der Schwangerschaft Sorgen.


Doch so lange die Wehen nur kurzfristig anhielten und nicht häufiger autraten, war es kein Grund zur Besorgnis. Sagte meine Hebamme und mein Arzt.  

Und es passierte auch nicht häufig. Aber ich Großen und Ganzen fühlte ich mich hauptsächlich mies.
Von der hochgelobten Energie des 2.Trimesters merkte ich immer noch nicht viel.
Alles blieb liegen. Die Wäsche, der Abwasch und auch die tollen Projekte für mein kleines Babyzimmer.

Ich fieberte dem Freitag entgegen. Dem großen Ultraschall der hoffentlich endlich ein Outing für Böhnchen bereit halten würde.

Der Tag brach an und ich war bereits absolut aufgeregt. Wie bei jedem Mal wenn eine Untersuchung für mich und Böhnchen anstand.
Mein Mann war dabei und nachdem mein Blutdruck wieder einmal für viel zu niedrig befunden wurde, ging es auch schon los.

Bei dem eigentlichen zweiten großem Ultraschall zwischen der 18. bis 21. Woche wird große Inventur bei Böhnchen gemacht. Es wird alles genauestens unter die Lupe genommen.
Herz, Kopf, Hals und Rücken werden per Ultraschall untersucht. Ebenso wir Thorax und Rumpf.

Da Böhnchen, laut meiner Frauenärztin einen sehr eigenen Kopf hatte was die Untersuchung betraf, wurde nicht alles in der vorgegebenen Reihenfolge abgearbeitet.

Nein, Böhnchen zeigte beim ersten Aufsetzten des Schallkopfes erst einmal schön den Rücken.
Ganz nach dem Motto:“ Was ihr da macht, interessiert mich nicht!“

Also wurde zuerst einmal der Rücken geschallt und geguckt ob auch alles okay ist. Wirbel alle in Ordnung, kein offener Rücken. Hals ist auch super.
Dann ging es weiter zum Herz, das Böhnchen jetzt stolz präsentierte. Alle Herzkammern waren unterteilt und nichts durchlässig. Perfekt!
Magen, Harnblase waren auch zu sehen. Wichtig, die Bauchdecke ist geschlossen. Dann sollte eigentlich das Gehirn dran kommen.
Doch Böhnchen wollte nicht.
Also wurde einmal der Oberschenkel gemessen um Böhnchens Größe zu ermitteln.
Ich gebe zu, ich schielte immer wieder gebannt auf den Bildschirm um vielleicht schon vorneweg zu erkennen, ob es ein Junge oder Mädchen war.

In diesem Moment schaute meine Ärztin immer wieder von allen Seiten und fror dann das Bild auf dem Monitor ein.“Und hier, sind die Schamlippen!“

Böhnchen präsentierte ganz freizügig, dass sie eindeutig ein Mädchen war. „Hier guckt her, ich bin ein Mädchen!“
Da war auch wirklich nichts, dass ein „kleiner Eifelturm“ hätte sein können.
Bei mir rollten sofort die Tränen und mein Mann und ich blickten uns stolz an. Ich konnte mich kaum zusammen reißen und mich weiter auf die Untersuchung konzentrieren.
Auf einmal sprach meine Ärztin von „ihre Tochter“ und „Madame dreh dich doch nicht ständig weg!“
Dass alles kam mir vor wie ein Traum.

Als ich gerade ganz frisch schwanger war, hatte ich mich immer korrigieren müssen, weil mir immer ein „sie“ rausgerutscht war, wenn ich über Böhnchen sprach.
Irgendwie hatte meine Intuition schon sehr früh gewusst, dass es ein Mädchen war.
Während mein Schwiegervater immer deutlich „er“ sagte. *grins*

Ich weinte nicht nur, weil ich mich freute, sondern auch weil mein Instikt mir innerlich Recht gegeben hatte.

Ich schwebte auf Wolke Sieben und dieses Gefühl ist eines, dass ich bestimmt nie vergessen werde. Ich konnte mich vorher gut zurückhalten, weil das Geschlecht noch nicht bekannt war. Dadurch hatte ich eine andere Distanz zu meinen Gefühlen für mein Böhnchen.
Und mit einem Mal wurden diese Gefühle so mächtig, weil man ein kleines, aber wichtiges Detail über sein eigenes Kind erfahren hat. So viel Liebe und Gefühl ist jetzt schon absolut überwältigend.

Meine kleine Tochter ist das erste Mädchen seit Generationen in der Familie meines Mannes. Selbst der Bruder von meinem Mann hat nur Jungs.
Ich muss dazu auch sagen, dass es generell sehr aufregend war, denn in meiner Familie gibt es nur Mädchen. Für eine von beiden Familien, würde es etwas neues werden. Und es ist ein Mädchen!

Doch zurück zur Untersuchung. Den Rest nahm ich, wie gesagt, nur durch einen Wattebausch an Gefühlen wahr. Meine Frauenärztin konnte das Gehirn dann doch endlich schallen und alles war in Ordnung.
Wegen meinem Kreislauf, der Übungswehen und der Migräne wurde mir hochdosiert Magnesium verschrieben. Wegen der permanenten Müdigkeit wurde ein kleines Blutbild gemacht um meinen Eisenwert zu bestimmen. Mein Eisenwert entpuppte sich allerdings als wunderbar, also werde ich auf die Energie des 2.Trimesters wohl vergeblich warten müssen.

Als wir die Praxis verließen, umarmte mich mein Mann und sprach Böhnchen zum ersten Mal mit  ihrem Namen an. Es war schon ein komisches Gefühl, dies zu hören. Unser Mädchenname stand schon eine ganze Weile fest und hat natürlich was mit England und Frankreich zu tun, weil wir gerade dort waren, als das Wunder geschah.
Verraten werde ich den Namen noch nicht, aber er steht schon seit der 8.Woche fest.
Einen Jungennamen hatten wir komischerweise keinen. Vielleicht wusste mein Mann auch insgeheim schon, dass es ein Mädchen war. 🙂

Wie haben die Verwandten reagiert? 

Meine Verwandschaft: 
Tipps: Mädchen: 6 – Junge: 1

Meiner Mutter habe ich es als erstes gesagt. Sie hatte sowieso schon gewusst dass es ein Mädchen ist. Ihr inneres Gefühl ist genauso ausgeprägt wie meines. Sie hat sich sehr gefreut und kann es kaum erwarten ein weiteres Enkelkind in den Armen zu halten.

Dann rief ich meine Oma an. Sie hatte schon so lange gefragt, was es nun wird. Die Überraschung war nicht ganz so groß, da es wie gesagt in meiner Familie fast ausschließlich Mädchen gibt, aber auch sie freute sich sehr.

Mein Vater war ganz aus dem Häuschen. Laut seiner Aussage sind Mädchen sowie so am tollsten.

Meine älteste Schwester hatte auf einen Jungen getippt, als einzige in meiner Familie. Sie war verständlicherweise ein wenig enttäuscht, dass es nicht der Junge war, den sie vermutet hatte. Aber ich munterte sie auf, als ich ihr sagte das sich die Frauenpower unserer Familie eben durchgesetzt hatte.

Die künftige Patentante, meine zweite Schwester rief ich dann auch an. Aber ich verlangte meine Nichte (6) ans Telefon.
Ich fragte sie dann, ob sie wissen möchte, was Böhnchen denn nun geworden ist.
Meine Nichte war ganz aufgeregt und still am Telefon als ich ihr sagte, dass es ein Mädchen werden würde. Ich habe sie nicht gesehen, aber ich habe das Lächeln auf ihrem Gesicht durchs Telefon gehört.
Dann sagte ich ihr, sie soll ihrer Mutter mal sagen dass es ein Mädchen wird. Ich hörte sie, wie sie nach meiner Schwester rief:“ES WIRD EIN MÄDCHEN!“ Und im Hintergrund hörte ich wie meine Schwester sich riesig freute.
Dann sagte ich meiner Nichte, sie solle mir mal Mama geben und zu ihrem Papa laufen und es ihm auch erzählen.
Meine Schwester kam ans Telefon und ich hörte die kleine im Hintergrund davon laufen und schreien:“ PAPA! ES WIRD EIN MÄDCHEN! BÖHNCHEN IST EIN MÄDCHEN!“


Seine Verwandschaft: 
Tipps: Mädchen: 2 – Junge: 5

Mein Schwiegervater, der Mann der fest behauptet hatte, Böhnchen wäre ein Junge war für einen Moment still am Telefon. Das erste Mädchen seit Generationen in seiner Familie. Er hat sich gefreut, auch wenn man die Enttäuschung ein wenig raushören konnte. Mein Schwiegervater ist ein richtiger Brummbär aber mit weichem Kern. Ein Mädchen wird ihn bestimmt gut tun. Meine kleine Tochter wird Opas Herz zum schmelzen bringen, da bin ich mir sicher. 😉

Meine Schwiegermutter hatte auch auf Junge getippt. Sie war wirklich überrascht, das es ein Mädchen geworden war, freute sich aber dennoch mit uns.

Der Bruder von meinem Mann, war 100% der Meinung das es ein Junge ist. Genauso wie seine Frau. Nun, der gewünschte Junge hat nunmal keinen „Eifelturm“ und er war wirklich überrascht, dass es eine „Prinzessin Leia“ wird. (Wir sind alle irgendwie Star Wars Fans. 😉 )

Meine Stiefschwiegermutter, sowie ihre gesamte Verwandschaft war der Meinung das es ein Mädchen ist. Und sie hatten allesamt Recht.


Was wenn es ein Junge wäre?

Ergänzend möchte ich noch sagen, dass ich mich auch sehr gefreut hätte, einen Jungen zu bekommen. Ich wäre unendlich stolz gewesen die Erste in meiner Familie zu sein die einen Jungen bekommt. Aber mein Gefühl hat mir bereits von Anfang an irgendwie gesagt, dass es ein Mädchen ist. Immer wenn ich nach Babysachen geguckt habe, fühlte ich mich bei den Jungs Sachen ganz furchtbar fehl am Platz. Es fühlte sich nicht richtig an. Trotzdem habe ich ein paar Jungssachen gekauft, weil die auch an Mädchen süß aussehen konnten. Aber Mädchensachen kann man vorher ja nun nicht kaufen, das sieht bei Jungs dann doch etwas komisch aus.
Falls ich noch einmal schwanger werden sollte, würde ich mir in jedem Fall auch einen Jungen wünschen. Letztenendes ist die Hauptsache aber immer die Gesundheit und nicht das Geschlecht. 🙂




Fakten der 19.Woche meiner Schwangerschaft: 

Symptome: Dehnungsschmerzen im Unterleib, erste Übungswehen, niedriger Blutdruck, starke Migräne, permanente Müdigkeit.

Schwangerschaftsstreifen: Keine (Pflege mit Weleda -Öl)

Gewicht: 68,5 kg – Vor Schwangerschaft : 65,0 kg (BMI 22,5) Zunahme gesamt: 3,5kg

Heißhunger: Orangensaft, Nudeln mit Tomatensoße

Und unser Böhnchen?: Böhnchen ist jetzt so groß wie eine Fleischtomate! Sie streckt und bewegt sich immer wieder intensiv hin und her und verbirgt sich zur Zeit gerne ganz tief im Bauch. Bisher sehe ich immer noch kaum schwanger aus und auch meine Gewichtszunahme könnte besser sein. Meine Ärztin hat zwar noch nicht gemeckert, aber auch nur weil Böhnchen für ihr Alter genau die richtige Größe hat.
Aber ich merke das meine Speicher regelmäßig leer sind und Böhnchen sich wirklich alles holt was es braucht. Wenn ich zu wenig gegessen habe, reagiert mein Kreislauf sofort und mir geht es schlecht.
Außerdem hat ein Wachstumsschub bei mir eine ziemlich hässliche Migräne ausgelöst. Sogar mit Taubheitsgefühlen in der Hand und im Gesicht. (Keine Sorge – das ist kein Schlaganfall, ich hatte Migräne schon öfters mit Taubheitsgefühlen. Es ist eklig, aber gehört bei meiner Migräne gelegentlich leider dazu.)

 









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