Mama, Kind und Lifestyle

20.& 21.Woche – Silentium

20.& 21.Woche – Silentium

 

Da ich jetzt schon eine ganze Weile lang nicht schreiben konnte, habe ich mich entschieden die 20.& 21. Woche zusammenzufügen.
Die 20. Woche startete relativ viel versprechend. Böhnchen wächst und gedeiht. Zeit ein wenig einkaufen zu gehen und dem Nestbaubetrieb aufzunehmen. Dachte ich zumindest.

 

Aber das Leben haut einen manchmal voll aus der Bahn.
Mein Mann bekam die Grippe und kaum hatte ich ihn halbwegs gesund gepflegt, war ich dann doch noch dran. Und lasst euch eines sagen.
Krank sein ist schon blöd. Aber Schwanger UND krank ist noch einmal eine andere Dimension.
Durch das Husten und Niesen tun die Mutterbänder nochmal extrem weh. Ich kann es nur beschreiben wie ein plötzliches reißen und ziehen mit einem anschließenden Krampf. Und das bei jedem Niesen, Naseputzen und Husten.
Insgesamt lag ich mehr als 7 Tage flach und bin auch jetzt noch nicht ganz fit.
Medikamente sind ja leider nur bedingt nutzbar in der Schwangerschaft. Ich musste mich mit einfachen Hausmitteln abfinden.
Inhalieren, Meersalznasenspray, Hustenbonbons und ab und zu mal Rotlicht. Ein absoluter Helfer in der Not war der Klassiker heiße Milch mit Honig. Dann noch ganz viel Vitamin C damit ich schnell wieder fit werden konnte.
Zum Glück hatte ich kaum Fieber. Alles über 38.0° wäre nicht gut für das Baby gewesen. Daher war ich erleichtert das es bei mir immer konstante 37,5 waren.
Natürlich, wie in einer TV-Soap, passieren dann, wenn man eh schon geschwächt ist noch mehr Dinge auf einmal.
Geschwächt in der kleinen Wohnung in Hamburg beginnen über uns die Bauarbeiten zur Renovierung der Wohnung. Schlagbohrerlärm von 08:00 bis 17:00. Jeden Tag in der Woche. Zudem ist die Wohnung hellhörig und wir werden dazu noch reichlich mit schlechter Radiomusik beschallt. Selbst die Gespräche der fleißigen Handwerker können wir mit anhören. Leider auch, wenn sie auf die Toilette gehen.
Gleichzeitig tauchte unser liebes Internetproblem wieder auf. Seit letztem Jahr haben wir jeden Winter kein bzw. kaum noch Internet. Das große rosa T weiß, dass die Leitungen in der Strasse defekt sind. Wir hatten hier schon mind. 15 Techniker die mir das bestätigt hatten. Aber wie gesagt, es wird nichts unternommen, weil es ja einfacher ist ein Problem zu ignorieren, weil die Leitung ja sonst ganz tolle Werte hat und das Aufreißen der Strasse für „einen“ Kunden ja zu kostspielig ist. -.-
Wir sitzen nun also beide krank in einer Wohnung ohne Ruhe und ohne funktionierendes Internet & Telefon. (Oder zumindest nur zeitweise funktionierendes Telefon & Internet und Stille nur zur Nachtruhe)
Und hier möchte ich mein Böhnchen bekommen?
Doch dann kam die Kirsche auf dem ganzen Kuchen zum Schluss.
Meine Stiefschwiegermutter, die vor kurzem wegen einem Hirntumor operiert worden ist, wurde körperlich immer schwächer.
Mittlerweile hat sie trotz starken Kämpfens um ihr Leben kaum noch eine Chance auf Heilung. Uns wurde mittgeteilt, dass sie nicht mehr lange zu Leben hätte.
Sie würde vermutlich noch nicht einmal die Geburt von Böhnchen im Januar miterleben. Vielleicht noch ein paar Wochen, vielleicht noch ein paar Monate. Das Warten auf den Tod hat somit begonnen.
Keine leichte Situation, weder für meinen Mann und mich, noch für meinen armen Schwiegervater der jeden Tag verzweifelt und keinen Ausweg mehr sieht. Natürlich helfen wir und stützen unsere Familie wo es nur geht.
Nächste Woche haben wir einen frühen 3D Ultraschall angesetzt, damit meine Stiefschwiegermutter wenigstens noch einmal ihr Enkelkind sehen kann.
Die Situation ist zur Zeit alles andere als ideal und ehrlich gesagt hatte ich nicht gedacht dass ich meine vermutlich einzige Schwangerschaft so erleben würde wie jetzt.
Als Frau stellt man sich immer nur Friede und Glückseligkeit in der Schwangerschaft vor. Doch nun wird hier plötzlich alles aus den Fugen gerissen.
Als Schwangere versuche ich ruhig zu bleiben, um des Böhnchen Willens, aber gleichzeitig ist das als emotionsgeladenes Muttertier alles andere als einfach.
Wenn ich danach gehen würde, was das Beste für mich und das Baby wäre, würde ich eine neue Wohnung suchen, daheim auf dem Land ohne Lärm und Stress. Damit ich zur Ruhe komme und mich auf mein Baby konzentrieren kann.
Gleichzeitig möchte ich aber auch für meinen Mann da sein. Ich kann ihn auch nicht alleine lassen mit seinem Vater der gerade in Trauer versinkt.
Alles was bleibt ist Ruhe zu bewahren, jeden Tag zu meistern und darauf zu hoffen dass alles gut werden wird. Egal was kommen mag, es wird eine Lösung geben.
Fakten der 20. & 21.Woche meiner Schwangerschaft: 
 
Symptome: Krank mit Grippe ^^
 
Schwangerschaftsstreifen: Keine (Pflege mit Weleda -Öl) 
 
Gewicht: 69,7 kg – Vor Schwangerschaft : 65,0 kg (BMI 22,5) Zunahme gesamt: 4,7kg
 
Heißhunger: Alles was schnell und einfach war. (Wegen Grippe) 
Und unser Böhnchen?:
Unser Böhnchen hat die Grippe mit mir gut überstanden und gelegentlich bekomme ich eine kleine Rückmeldung. Sie ist jetzt fast 28cm von Kopf bis Fuß groß und kann ab nächste Woche bereits hören.

 



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