Mama, Kind und Lifestyle

Schwangerschaft – Wann und wie soll ich es dem Chef sagen?

Schwangerschaft – Wann und wie soll ich es dem Chef sagen?

 

Grundsätzlich hat eine Frau das Recht ihre Schwangerschaft noch bis dahin zu verleugnen, wenn sie schon längst hochschwanger ist. Und auch dann, wenn es deutlich sichtbar ist.
Aber da es bei einigen Arbeitsplätzen um die Sicherheit geht, sollte man den Chef/ die Chefin schon ins Vertrauen ziehen, wenn das erste Trimester geschafft ist.
Das entspricht der 12./13. Woche. Bei Berufen bei denen mit giftigen Stoffen gearbeitet wird, oder die körperlich anstrengend sind, sollte man dies zur Sicherheit des Baby’s aber auch schon vorher tun damit das Mutterschutzgesetz greifen kann. (Bitte auch bei Arbeit in Kita oder Kiga rechtzeitig Bescheid geben! Stichwort – Impfschutz)

 
Ich arbeite in einem kleinen Nebenjob und habe eine sehr gute Beziehung zu meinen Kollegen und Chef. Wir sind quasi eine große Familie. Da ich von Anfang an starke Schwierigkeiten mit meinem Kreislauf hatte, wollte ich das Thema nicht allzu lange geheim halten.
Ich arbeite nämlich alleine und mich würde „keiner finden“ wenn ich umkippe. Für mich war das Grund genug, dass ich meine Kollegen und Chef einweihte.
Ich wartete bis zur 8. Woche und bat dann meinen Chef um ein Gespräch unter 4 Augen. Und ich war so nervös. Obwohl ich vor meinen Chef keine Angst zu haben brauchte.
Ich war selber noch so geschockt, das ich tatsächlich schwanger geworden war mit meiner Endometriose. Mein Chef freute sich sehr für mich und meinen Mann, auch wenn das einen Verlust für seine Truppe bedeutete. Ich erzählte ein wenig von Böhnchen und er begann von der Zeit zu erzählen als er zum ersten Mal Vater wurde.
 
Ich nahm alles nur durch einen Wattebausch wahr. Ich war immer wieder so geschockt wenn ich mich selber die Worte hören sagte:“Ich bin schwanger!“
 
Meine beiden Kolleginnen erfuhren es anschließend von mir persönlich. Es war ein wildes Geschrei und ich wurde stürmisch umarmt. Die beiden Studenten, auch gute Freunde von mir, reagierten unterschiedlich. Die eine freute sich sehr und der andere starrte skeptisch und prüfend auch meinen Bauch. Als ob ihn von da was angucken würde. Da war ja noch nicht mal ein Bauch zu sehen.
Es sollte vorerst in unserem Team bleiben und ich würde es zu einem späteren Zeitpunkt auch der Personalabteilung sagen.
 
Dieser Zeitpunkt kam in der 14.Woche als auch die Messung der Nackenfalte abgeschlossen war. Mit Böhnchen war alles in Ordnung und nun konnte ich es quasi in die Welt hinaus schreien.
Ich ging mit meinen Mutterpass bewaffnet zur Personalabteilung um mich zu „outen“. Mit den Worten:“Ich bin in der 14.Woche schwanger.“ ging ein erneutes Geschrei los. Es prasselten tausend Tipps und Geschichten auf mich ein und es wurden Bilder verlangt.
Auch die Assistentinnen der Geschäftsabteilung tanzten quasi auf den Tischen bei der Nachricht. Ich hatte wirklich tolle Kollegen!
 
Nur wenige wussten um meine angebliche „Unfruchtbarkeit“ aber als ich ihnen davon erzählte freuten sie sich natürlich mit mir umso mehr. Es ist, wie bei jeder Frau, ein echtes Wunder der Natur!
 
Ich nahm meinen ganzen Mut zusammen und sprach später auch die wichtigste Chefin im Büro an. Sie selber hatte keine Kinder und schien eine volle Karrierefrau zu sein. Sie bestimmte über mein fortbestehen an diesem Arbeitsplatz, auch wenn mein Vertrag nur befristet war. Ich wollte, dass sie es zumindest von mir selbst erfährt, als über den Bürofunk.
 
Als ich es ihr erzählte, reagierte sie ganz anders als ich erwartete. Sie umarmte mich herzlich und freute sich sehr für mich. Als wir darüber sprachen, kam heraus, dass sie selber auch an Endometriose litt. Ich hatte also eine Leidensgenossin gefunden. Sie wusste selbst, wie gering die Wahrscheinlichkeit war mit Endometriose schwanger zu werden. Manchmal findet man Verbüntete in Situationen in denen man es am wenigsten erwartet hätte.
 
Manch eine „Karrierefrau“ ist vielleicht nur deshalb auf ihre Karriere fixiert, weil sie nicht die Chance hat Mutter zu werden. Was würden wir Frauen denn sonst tun, wenn wir Unfruchtbar wären? Ich sehe diese Art von Frauen nun anders als vorher. Man kennt die Geschichte nicht, die dahinter steckt. Aber jede Frau hat das Recht, sich in jede Richtung zu entwickeln die für sie das richtige ist. Ob nun mit oder ohne Familie.


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