Mama, Kind und Lifestyle

Life – Leben mit Endometriose

Life – Leben mit Endometriose
 
Die Diagnose Endometriose ist für viele Frauen sehr niederschmetternd. Vor allem wenn sie in der aktiven Kinderwunschzeit diagnostiziert wird. 
 
Ich hatte so gesehen „Glück“ dass meine Endometriose „früh“ erkannt wurde. 
Doch die Teenagerjahre in denen ich Schmerzen durchlitt ohne dass mir jemand sagen konnte, warum ich so starke Regelschmerzen habe, waren damit nicht wieder gut zu machen. Ganz zu Schweigen von den 10 Jahren in denen die Endometriose freie Bahn hatte.

 
In den frühen Jahren, dachte ich wirklich, dass mit mir etwas nicht stimmen konnte. Meine beiden älteren Schwestern hatte keinerlei Probleme mit ihrer Regel außer dass sie vielleicht zickig waren. Doch ich lag flach, weinte und verzweifelte an den Schmerzen. 
 
Ich erinnere mich noch gut wie ich einst vor Schmerzen in die Badewanne kroch in der Hoffnung, Wärme würde den Schmerz lindern. Mein ganzer Körper schien sich gegen so etwas simples wie „die Tage“ zu wehren und ich wusste nicht warum. 
Immer wieder musste ich ins Krankenhaus eingeliefert werden, weil mein Kreislauf mir unter den Regelschmerzen versagte. 
 
Ich kam mir lächerlich vor. Empfand ich die Schmerzen nur so schlimm und war zu schwach um sie zu ertragen? 
 
Erst Jahre später erzählte ich einer Gynäkologin von meinen starken Schmerzen. Diese vermutete gleich Endometriose und schickte mich zur Bauchspiegelung. 
Die Diagnose kam prompt und ich wusste endlich, dass ich mir das alles nicht einbildete. 
 
Komischerweise wissen viele Frauen nicht, dass starke Regelschmerzen nicht die Norm sind. Viele Frauen haben Endometriose und wissen es nicht einmal. Man versucht die Schmerzen, typisch Frau, einfach hinzunehmen. Und erst wenn man das Thema mal unter Frauen anspricht, fällt vielen auf, dass sie vielleicht auch Endometriose haben könnten. 
 
„Ich hab auch immer so starke Schmerzen.“ höre ich dann ganz oft. 
„Lass dich untersuchen!“ sage ich dann
 
Manche Frauen und Männer belächeln es aber auch, wenn man von starken Schmerzen berichtet. Aber diese haben einfach Glück, dass sie das nicht erleben müssen. 
 
Das Einzige was gegen die Endometriose hilft, neben der Bauchspiegelung und der Entfernung der entzündeten Herde, ist die Pille. 
Richtig suspekt, wenn man grade nicht verhüten will um schwanger zu werden. Noch verrückter, dass eine Schwangerschaft eine Endometriose heilen kann. Es ist wie ein Hund der sich selbst in den Schwanz gebissen hat und nun im Kreis läuft. 
 
Mein Glück war nur, dass ich in einer kinderwunsch-freien Zeit von meiner Endometriose erfahren hatte. Daher nahm ich es hin und nahm die Pille dauerhaft durch. Was leider auch nicht ohne Nebenwirkungen blieb. 
Aber ich hatte lieber die paar Nebenwirkungen als den monatlichen Endometrioseschmerz. 
 
Als mir die Ärztin dann auch erklärte, dass es mit Kinder bekommen wohl sehr schwer werden würde, nahm ich das einfach nur zur Kenntnis. Es dauerte eine ganze Weile, bis ich die Bedeutung verinnerlicht hatte. 
 
Mein Mann und ich waren damals grade mal 1 1/2 Jahre zusammen und noch frisch in der Ausbildung, daher war das Thema Kinder sowieso noch meilenweit entfernt. 
Dennoch machte es in meinem Kopf leise irgendwann „klick“ und ich war mir bewusst, dass ich vermutlich nie Kinder haben würde. 
Ich hatte lange Jahre Zeit mich damit abzufinden. Denn erst 5 Jahre nach unserer Hochzeit überlegten wir, ob wir es wagen sollten. 
 
Die Pille abzusetzen war für mich so gesehen leicht, da ich die Nebenwirkungen wie Migräne und Stimmungsschwankungen eh langsam satt hatte. 
 
Ich war älter und reifer um mit den Schmerzen umzugehen. Das redete ich mir zumindest ein. 
 
Ich setzte die Pille im September 2014 nach fast 8 Jahren ab und wartete was passieren würde. Die erste Periode war natürlich noch schmerzfrei, weil sie einfach nach weglassen der Pille erfolgte. 
 
Gleichzeitig war es richtig unheimlich den Schritt in eine mögliche Schwangerschaft zu wagen. Ich finde, bei Endometriose ist es noch ein wenig schlimmer weil man am Ende des Zyklus auf einen positiven Test hofft. Wenn er negativ ist, wird man anschließend noch mit den Schmerzen aus der Hölle bestraft. Das ist schon nicht so leicht, Enttäuschung und starke Schmerzen unter einen Hut zu bekommen. 
 
Die ersten Zyklen waren schlimm. Ich hatte wieder Schmerzen und jede Menstruation die einsetzte, bedeutete das meine Endometriose sich weiter ausbildete. Ein wahrer Teufelskreis. 
Ich wollte das nicht länger hinnehmen, es musste einen Weg geben sich damit besser auseinander zusetzen. 
 
Weder wollte ich mein Leben lang die Pille nehmen, noch dauerhaft Schmerzmittel einwerfen die mir eh schon kaum noch halfen. 
 
Man kann nun sagen und denken was man will, aber mir persönlich hat es geholfen mich mit meinem Körper ein wenig mehr in Einklang zu bringen. 
 
Ich stellte meine Ernährung um und versuchte Stress so weit wie möglich zu reduzieren. Ich entspannte mich täglich abends und sei es nur Musik hören, Dampf ablassen oder etwas meditatives wie Yoga oder autogenes Training. 
Ich stellte meine Ernährung um und aß gesünder. Klar gab es auch Tage die ich mal schleifen ließ, das gehört einfach auch dazu. Aber im Großen und Ganzen war ich ausgeglichener. 
 
Es dauerte ein wenig, aber die Schmerzen bei der Menstruation wurden erträglicher. Ich lernte Schmerzen zu veratmen und nicht in Panik zu geraten, wenn mein Kreislauf die Biege machte. Und das kam eigentlich jedesmal vor. 
 
Ich atmete durch den Schmerz ruhig und entspannt weiter, stellte mir Wellen vor die über mich rollten aber auch wieder abflachten. Ganz auf Schmerzmittel konnte ich leider nicht immer verzichten, da der Gedanke doch sehr beruhigend war, dass ich „was genommen“ hatte. Und ich denke da kann jede Frau mit Endometriose mir zustimmen. 
 
Nach der Umstellung hatte ich einige Zeit auch Zyklen in den ich keine oder kaum Schmerzen hatte. Das war für mich immer ein ganz besonderes Highlight. Auch wenn man auf eine Schwangerschaft hofft. 
 
Ganz zum Schluss hat mir auch noch NFP geholfen. Jeden Morgen der ungefähr um die Zeit meiner Menstruation war, maß ich meine Basaltemperatur. Bei einem Abfallen der Temperatur konnte ich ahnen, wann mich meine Tage ereilen würden. 
(Und im letzten Zyklus im Mai wartete ich vergeblich auf ein abfallen der Temperatur 😉 ) 
 
Dass ich auf natürlichem Weg schwanger geworden bin, trotz Endometriose verdanke ich immer noch reinem Glück. 
Ich denke, auf eine andere Art und Weise hätte ich es auch nicht probiert schwanger werden zu wollen. Denn mein Motto war immer:“ Entweder es klappt, oder es klappt nicht.“ 
Wir wollten unser Glück dem Schicksal überlassen. 
 
Diese Entspanntheit mit der ganzen Situation führe ich darauf zurück, dass ich lange Zeit hatte mich damit zu beschäftigen welche Konsequenzen Endometriose auf mein Leben haben würde. Ich kann aber trotzdem voll und ganz nachvollziehen, wenn Frauen eine Behandlung anstreben wollen um trotz Endometriose schwanger zu werden. Und ich wünsche all diesen Frauen mit Endometriose und Kinderwunsch einen ganz schnellen Erfolg und dass sich bei Ihnen auch ganz bald auch ein Böhnchen einnisten wird. 
 
Was ich im Ganzen aus der Endometriose gelernt habe ist, dass man versuchen sollte mit sich selber im Einklang zu sein. Nicht zu verzweifeln, selbst wenn man am Abgrund steht. Das Leben ist schön und alles wird seinen Weg finden, so wie es sein soll. <3
 
Info:
Einen sehr guten Beitrag zum Thema Endometriose könnt ihr auf Zentrum der Gesundheit – Stichwort „Endometriose“ lesen.  Das hat mir damals schon sehr geholfen und mich inspiriert es auf alternativem Wege zu versuchen mit der Diagnose und den Schmerzen zurecht zu kommen. 
 
Seid stark Mädels! 
 
 
 
 

 



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