Mama, Kind und Lifestyle

28. Woche – Schlaflose Nächte mit zu vielen Köchen

28. Woche – Schlaflose Nächte mit zu vielen Köchen

Es könnte eigentlich kaum mehr als ein Klischee sein, dass ich diesen Beitrag zur 28.Woche mit dem Thema schlaflose Nächte nachts um 4:41 schreibe.

Ich sehe es noch als gute Übung an, da es mit Baby vermutlich nicht anders sein wird als jetzt.
Also, nutze ich die Zeit und mache etwas draus.

Es ist die 3. Nacht in Folge in der ich gegen 3:00 wach werde und nicht mehr schlafen kann. Meist weckt mich mein Mann mit seinen endlosen Schnarchgesängen die mir jetzt in der Schwangerschaft deutlich mehr zu schaffen machen als vorher.
Selbst unser kleines Böhnchen wird davon wach und beginnt lautstark zu protestieren. In meinem Bauch natürlich.
Dass der Urheber des Lärmes eine ganz andere Quelle ist, scheint Böhnchen nicht zu interessieren.

Was gab es in der 28.Woche neues?

Böhnchen hatte zum ersten Mal kleine Träume, das erkennt man angeblich daran, dass sie plötzlich im Bauch anfangen zu zittern oder sich ganz hektisch zu bewegen. So auch Böhnchen. Neuerdings erkundet sie nicht nur das innere der Gebärmutter, sondern ist vermehrt an den äußerlichen Umständen interessiert.

Liege ich auf der Seite und mein Bauch berührt die Matratze wird dieses „harte“ Objekt erst einmal grundlegend „befühlt“ und „getreten“.
Ganz nach dem Motto:“Was ist das?!“ Das geht meistens eine ganze Weile so, bis sie sich wieder etwas anderem widmet.
Ebenso gerne befühlt sie den Symphysengürtel, den ich vom Orthopäden verschrieben bekommen habe. Also alles was irgendwie eng am Bauch liegt, muss erkundet werden.
Ganz schon aufgeweckt die Kleine!

Ebenfalls auf der to-do-Liste, war der kleine Glukose Toleranztest. Ich hätte mich ehrlich gesagt am liebsten davor gedrückt und hab reichlich gegoogelt ob der bei mir überhaupt Sinn machen würde. (Natürlich macht er Sinn 😉 – Es geht um die Gesundheit vom Baby) 

Ein paar Wochen zuvor hatte ich einen Beutel mit Glukosepulver und eine Anleitung mitbekommen. 50g Glukose in ca. 200ml Wasser auflösen und eine Stunde vor dem Termin trinken. Nüchtern braucht man bei dem kleinen Test nicht zu sein.
Und wie hab ich mich gequält mit diesen Miniglas an Zuckerwasser das nach einem muffigen Staubbeutel schmeckte.
Übergeben wollte ich mich, weil es einfach nicht schmeckte. Für mich war es Süßstoff pur!

Es hat zugegeben ca. 10 Minuten gedauert bis ich das Zeug runter gewürgt hatte.
Ich wartete eine gute viertel Stunde bevor ich mich dann auf den Weg zur Praxis machte.
(Als Schwangere mit Herzfehler brauche ich zur Zeit beim spazieren gehen zur Praxis etwas länger. ^^)

Ich hatte mit all den Nebenwirkungen gerechnet, die es im Internet zu wahren Horrorlegenden gebracht hatten. Übelkeit, Herzrasen, Erbrechen und ein wild turnendes Baby in meinem Bauch.
Doch nichts davon setzte ein.

Ganz im Gegenteil. Ich merkte, wie ich mich langsam wieder so gut fühlte wie VOR der Schwangerschaft. All meine Energie war wieder da. Als hätte jemand einen Schalter angeknipst.

Die Lösung kam prompt. Mein Blutzucker war generell seit der Schwangerschaft zu niedrig und mit der Glukose wurde es wieder auf sein übliches Level angehoben.
Es war wie ein kleiner Rausch für mich, so gut hatte ich mich schon lange nicht mehr gefühlt!
Es wurde Blut abgenommen um meinen Zuckerwert zu bestimmen.
Der Glukosetest war natürlich unauffällig, wie ich ein paar Tage danach erfuhr. Aber meine Frauenärztin riet mir, in kürzeren Abständen Kleinigkeiten über den Tag verteilt zu essen, damit es mir besser ging.

Wir fanden heraus, dass der niedrige Blutzucker auch für meine Kreislaufprobleme verantwortlich war. Böhnchen zog mir tatsächlich soviel Energie ab, dass mir selbst nichts mehr übrig blieb und mein Körper nicht mehr mitmachte.

Anschließend wurde noch geschaut, wie sich mein Gebärmutterhals entwickelt hatte, weil ich vermehrt das Gefühl hatte, dass Böhnchen mir bald aus dem Becken fallen würde. Doch alles war in Ordnung. Meine Frauenärztin vermutete hierbei die Symphyse und sagte mir, ich solle bei dauerhafter Belastung lieber den Gürtel tragen. (Und er hilft mir definitiv auch schon beim längeren Stehen oder spazieren gehen)

Des weiteren stand ein Besuch meiner Hebamme an und ich muss sagen, dass ich diesen diesmal nicht sonderlich genossen habe.
Meine Hebamme ist nett und ruhig, was ich auch sehr gut finde. Aber irgendwie wurde ich bei diesem Besuch nicht warm mit ihr.

Im Großen und Ganzen hatte ich einfach das Gefühl, meine Ärztin und meine Hebamme raten mir jeweils etwas Unterschiedliches. Während meine Ärztin sagte, ich solle ruhig jede Stunde etwas Kleines essen damit mein Blutzucker stabil bleibt, riet meine Hebamme mir zu 5 Mahlzeiten am Tag.
Was ich definitiv nicht einhalten kann, ich muss immer wieder eine Kleinigkeit essen, sonst klappe ich zusammen. Schon als Kind habe ich eher wenig aber dafür oft gegessen.
Wenn meine Ärztin mir rät, das ich mich wegen dem Herzfehler nicht überlasten soll, rät mir meine Hebamme zu Kursen und langsamen Sport. (Was auch Sinn macht um sich aktiv und fit zu halten – aber ich fühlte mich dazu nicht in der Lage. Schon ein einfacher Spaziergang brachte mich an meine Grenzen)

Es ging eine ganze Weile so weiter, bis ich irgendwann generell auf Durchzug schalten wollte.
Sicher bieten mir beide gute Ansätze um mir Alternativen zu ermöglichen. Aber von beiden hatte ich das Gefühl unter Druck gesetzt zu werden. So als ob ich keine gute Mutter werden würde, wenn ich dies oder das nicht täte.

Als Erstschwangere tendiert man ja eh schon dazu, alles richtig machen zu wollen. Bis man eben an diesen Punkt gerät und denkt:“Ihr könnt mich alle mal an die Füße fassen! Mein Baby, mein Körper MEINE Schwangerschaft!“ Und im Nachhinein bin ich natürlich beiden Dankbar für das Wissen was sie einer Erstschwangeren mitgeben wollen. 

Und an diesen Punkt bin ich diese Woche geraten. Nach hunderten, wenn auch wirklich gut gemeinten, Ratschlägen schaltete ich voll auf Durchzug und machte mein eigenes Ding.

Schlussendlich wird mich die Erfahrung eines besseren belehren.
Es ist wie, als wäre man wieder ein Teenager. Jeder weiß besser wie man mit Liebe und Kummer umgeht, aber nur die Erfahrung die man selber macht, bringt einem die eigene Weisheit und Erkenntnis. (Wenn auch mal mit schmerzhaften Erfahrungen) Aber so läuft das Leben.

Ich war also so genervt von allem, dass ich am liebsten alle Termine gestrichen hätte. Den Geburtsvorbereitungskurs, die Hebamme und auch die Frauenarzttermine. Ich hatte das Gefühl, dass aus dem Thema Schwangerschaft so etwas wie ein Staatsexamen gemacht wurde. Dass ich mich auf einen Doktortitel vorbereitete obwohl Schwangerschaft etwas ganz natürliches ist, was man genießen sollte.

Ich brauchte einen ganzen Tag um mich wieder zu fangen. (Dank der hormonellen Stimmung ist ein kleiner Stein im Weg auf einmal so groß wie die Alpen!)

Ein weiterer Meilenstein und eine willkommene Ablenkung war der Nanowrimo! Es ist November und somit Roman Zeit! Ich mache dieses Jahr zum ersten Mal beim Nanowrimo mit und bin jetzt schon bei gut 11.000 Wörtern in meinem Roman angekommen.
Gewinnen kann man soggesehen nichts, es geht eigentlich nur darum, einen Monat lang jeden Tag zu schreiben.
Und da meine Leser wissen, dass ich gerne und vor allem viel schreibe, war es eigentlich nur eine Frage der Zeit bis ich mit machen würde.
Ziel ist es bis Ende November 50.000 Wörter geschrieben zu haben.
Anschließend wird das geschriebene Kurzbuch dann zwar nicht veröffentlicht, aber man hat ein fertiges Manuskript, das man beliebig überarbeiten kann.

Aber kommen wir wieder zurück zum eigentlichen Thema. 🙂

Die Woche war bisher also emotional sehr aufwühlend und auch familiär gab es wieder Sorgen. Meine Stiefschwiegermutter macht in ihrer Genesung zum Glück Fortschritte und alles hängt nun von ihrem Willen ab weiter Leben zu wollen. An manchen Tagen geht es ihr gut und an manchen Tagen geht es ihr wieder schlechter. Wir hoffen einfach weiterhin, dass sie es schaffen wird, denn der Tumor konnte vollständig entfernt werden und hat nicht gestreut, was schon mal ein gutes Zeichen ist.
Wir sind hoffnungsvoll, dass Böhnchen ihre Stiefoma noch kennenlernen kann.

Für meine 29.Woche sind zum Glück keine weiteren Termine vorgesehen, so das ich mich mal ganz auf mich und Böhnchen konzentrieren kann. (Ohne es irgendwem recht machen zu wollen) 😉

Aber ich bin mir irgendwie sicher, dass es eine turbulente Woche werden wird, trotz allem. Weil das Leben einem immer was zu tun gibt, wenn man sich entspannen will. 😉

 

Fakten der 28.Woche meiner Schwangerschaft: 

 
Symptome: Müdigkeit und Erschöpfung

Schwangerschaftsstreifen: Keine (Pflege mit Weleda -Öl)
Gewicht: 76,0 kg – Vor Schwangerschaft : 65,0 kg (BMI 22,5) Zunahme gesamt: 11,0kg

Heißhunger: Bananen, Saft und Tomaten. 

Und unser Böhnchen?:
Böhnchen hat sich endlich mit dem Kopf nach unten gedreht! Klar wechselt sie ihre Position immer wieder, aber quer liegen scheint jetzt nicht mehr so gemütlich zu sein wie vorher.

Böhnchen ist diese Woche bei knapp 38cm angekommen mit einem Gewicht von ca. 1kg. Ab jetzt geht es jede Woche um 0,5kg aufwärts mit dem Gewicht.

 



Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

error: Content is protected !!