Mama, Kind und Lifestyle

35.Woche – Verdacht auf vorzeitigem Blasensprung

35.Woche – Verdacht auf vorzeitigem Blasensprung
 
 
Irgendwie ist meine Schwangerschaft eine Soap-Show. Kaum denkt man, alles ist ruhig und gelassen, kommt der nächste Knüller.
Am Sonntag wechselte ich in die 35.Woche und prompt hatte ich den Tag über heftige Übungswehen und Schmerzen.
Ich gebe zu, ich hatte mich an diesem Tag auch überanstrengt. Mein letzter großer Familienbesuch bevor das Baby kommen würde. Dabei hatte ich mich so gefreut, alle zusammen zu sehen. Doch das Ganze war eindeutig viel zu viel für mich gewesen.
 

 
Als wir am Abend nach langer Autofahrt dann wieder zu Hause ankamen, bemerkte ich ein sachtes Tröpfeln. Anders kann ich es nicht beschreiben.
Ich dachte mir nichts dabei, denn als Schwangere hat man zwangsläufig diverse Ausscheidungen aller Art. Ob die kleine nun auf die Blase drückt oder es normaler Ausfluss ist. Wer weiß das schon so genau in der ersten Schwangerschaft.
 
Die Kleine tobte im Bauch und das war das Wichtigste. Sie war mega-aktiv. So eine kleine Tanzmaus!
 
Später wurde es mehr mit dem Tröpfeln und ich begann mir doch Sorgen zu machen. Zumal die Kleine noch nicht fest im Becken lag. So konnte beim Verlieren von Fruchtwasser das Köpfchen z.B. die Nabelschnur abklemmen und somit die Versorgung unterbrochen werden.
 
Ich legte mich erst einmal hin und überlegte. Ich rief meine Mutter an und fragte sie nach Rat. Natürlich ist der erste Gedanke, ab ins Krankenhaus. Das hat die Hebamme beim Verdacht auf vorzeitigem Blasensprung auch immer wieder deutlich gemacht.
Warum ich dennoch zögerte, weiß ich gar nicht genau.
 
Mein Gefühl sagte mir schon, dass alles in Ordnung war. Andererseits wollte ich jetzt nicht schlafen gehen, mit dem Gedanken dass da was sein könnte.
Auch wenn ich am nächsten Morgen eine Vorsorge Untersuchung beim Frauenarzt hatte.
 
Ich erzählte meinen Mann also von meinem Verdacht und er rief die Nummer an, die uns im Krankenhaus gegeben worden war. Der Krankentransport für Schwangere.
Mein Mann fragte am Telefon noch einmal nach, ob es besser ist, das untersuchen zu lassen und auch der Notdienst riet zur Einlieferung und Untersuchung.
 
Dann setzte bei mir langsam die Panik ein. Was wenn mein Baby JETZT kommen würde? So früh? Entsetzt stellte ich plötzlich fest, dass ich gar nicht bereit dafür war. Nicht so plötzlich jedenfalls.
Ich hatte mir das Ganze anders vorgestellt.
 
Der Notdienst war unterwegs und mein Mann half mir anziehen. Ich sollte allerdings die ganze Zeit liegen bleiben.
Mein Mann rannte umher wie ein aufgescheuchtes Huhn und schaffte es nur mir Mühe und Not sich selbst und auch mich zu beruhigen.
Ich atmete tief durch und machte mich auf alles gefasst. Doch es half im ersten Moment nichts. Mein Körper zitterte vor Sorge um Böhnchen. Diese Aufregung die nochmal auf den stressigen Tag gesetzt wurde, war einfach zuviel.
 
Der Notdienst kam und ich durfte in den Notdienstwagen einsteigen. Ich legte mich auf die Liege und wurde festgeschnallt. Mein Mann saß neben mir und hielt meine Hand.
Die Fragen der Helferin konnte ich nur halbwegs beantworten, ich war so nervös und hatte Schwierigkeiten ihr zuzuhören.
 
Dann raste der Wagen mit Blaulicht auch schon los und mir wurde schlecht. Alles drehte sich.
Rückwärts und im Dunkeln holpernd durch eine Großstadt gefahren zu werden, während man eh schon Angst hat, war nicht mein Traumszenario und endete in einer Panikattacke.
Ich konzentrierte mich auf die Strassenlaternen die in regelmäßigen Abständen in dem kleinen Fenster nach draußen auftauchten, während mir die Helferin eine Kotztüte in die Hand drückte.
(Was es nun echt nicht besser machte und meine Panik nur noch mehr anheizte.) 🙁
 
Irgendwie schaffte ich es dann mich zu beruhigen und es wurde besser. Mein Mann hielt meine Hand und ließ sie nicht los.
Im Krankenhaus wurde ich gleich auf Station gefahren und einige der hochschwangeren Frauen mit Wehen blickten mich entsetzt an. Nicht leicht da irgendwie noch Haltung zu bewahren. Ich wollte zumindest einen ruhigen Eindruck hinterlassen, allein schon um meiner Selbst willen.
 
Ich wurde in ein Aufnahmezimmer gebracht und gleich an ein CTG angeschlossen. Böhnchen polterte so laut rum, das sogar mein Mann das CTG als unangenehm empfand. Zum ersten Mal hörte er, was eine Tanzmaus seine Tochter war.
Bei jedem Gepolter der über den Lautsprecher des CTGs zu hören war, machte sie eine Bewegung.
Nach einer halben Stunde wurde das CTG für gut befunden. Keine Wehenaktivität, Herztöne sind top.
 
Der Indikatortest kam zum Einsatz. Die Binde die mir vorher gegeben wurde, verfärbte sich nicht blau, als das Mittel angewandt wurde. Blau=Fruchtwasser.
Ich war ein wenig beruhigt. Dann ging es weiter zum Ultraschall.
 
Meine Kleine wurde beguckt und gemessen. Erst 42,5 cm groß und das Anfang der 35.Woche.  Nicht zu groß, aber auch nicht der Norm von 45cm entsprechend. Machte aber laut Ärztin auch nichts aus.
„Das hat nichts zu sagen, das kann alles noch kommen!“
Nabelschnur war auch intakt und arbeitete fleißig. Fruchtwasser war auch noch genügend da und kein Hinweis auf einen Blasensprung war zu sehen.
 
Anschließend wurde ich noch einmal vaginal geschallt. Muttermund war noch geschlossen und der Gebärmutterhals noch immer bei 4,5 cm. Alles top!
Auch der letzte Abstrichtest mit Fruchtwasserindikator war negativ. Alles in bester Ordnung. Kein vorzeitiger Blasensprung!
Ich wurde entlassen und durfte mit meinem Mann um 1 Uhr morgens mit Taxi nach Hause fahren.
 
Welch eine Aufregung! Wir sahen das im Endeffekt als Probelauf für den schlimmsten Fall an. Wir haben es hinbekommen und nun wissen wir in etwa, was auf uns zu kommt.
 
Einen Tag später überprüfte ich noch einmal meine Kliniktasche und alles weitere, denn ich wollte erneut sicher gehen, dass für den nächsten Fall alles bereit ist.
 
Der Gedanke so plötzlich evtl. Entbinden zu müssen, hat mich richtig in Panik versetzt. Das hat mir noch eine ganze Weile zu denken gegeben. Im Endeffekt kann man sich die Art und Weise der Geburt nicht aussuchen. Es kommt eben wie es kommt.
Für das nächste Mal, weiß ich aber, dass es darauf ankommt sich zu beruhigen und sich mit der Situation abzufinden. Sich nicht hinein zu steigern und die Dinge ihren Lauf lassen.  Es wird schon alles so kommen wie es soll. 🙂 
 
 
Fakten der 35.Woche meiner Schwangerschaft:

 

 

 


Symptome: Senkwehen, Übungswehen – Schmerzen im Kreuz und Rücken.

 

 

 


Schwangerschaftsstreifen: Keine (Pflege mit Weleda -Öl)

 

 

 


Gewicht: 79,0 kg – Vor Schwangerschaft : 65,0 kg (BMI 22,5) Zunahme gesamt: 14,0kg

 

 

 


Heißhunger: Apfelmus 🙂

 

 

 



Und unser Böhnchen?:

 

 
Sie ist nun bei ca. 42,5 cm – laut dem Ultraschall im Krankenhaus. Vielleicht auch ein wenig größer, denn der Oberschenkelknochen dient als Basis zur Berechnung der Größe. Und da Madame sich ja so fleißig bewegt, ist das manchmal nicht leicht zu messen. 
🙂 Ansonsten geht’s der Kleinen prächtig! 
Zum ersten Mal hat sie so fest zu getreten, dass der Abdruck einen Fußes unter der Haut zu sehen war. Mein Mann war zufällig dabei und er war ganz begeistert. 🙂 
(Nachdem er beim ersten Schock der kleinen Beule gefragt hatte:“ WAS ist das??!“) 😀 


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