Mama, Kind und Lifestyle

Therapie Teil 2 – Neues Hobby

Therapie Teil 2 – Neues Hobby

Bonjour à tous!

Ein wichtiger Schritt in Richtung Selbstfindung als Mutter war, was neues auszuprobieren. Meiner Depression sollte dies auch helfen.

Ich erinnerte mich weit zurück und überlegte was mich immer fasziniert hat. Was ich immer „können“ wollte.

Ich kam mir fast schon ein wenig lächerlich vor in meinem Alter noch etwas Neues zu lernen. Aber ich wollte, seit ich klein war, Klavier spielen.
Dieser Wunsch war immer da, seit ich Denken kann.

Als Kind hatte ich ein kleines Keyboard (Was Böhnchen nun stolz ihr Eigen nennt) Später hörte ich zum ersten Mal echte Klaviermusik und ab da wollte ich das auch können.

Ich bekam Klavierunterricht bei einer alten Dame. Sie hatte einen großen Flügel in ihrem Wohnzimmer stehen. Das ganze Wohnzimmer war vollgestopft mit gehäkelten Dekorationen und Spitze. Selbst an den süsslich, muffigen Geruch kann ich mich noch erinnern.
Voller Ehrfurcht vor diesem Flügel und dem Mädchen was ich vorher hatte Spielen hören, saß ich dann da.

Völlig nervös.

Ich sollte eine einfache Notenfolge spielen. Was mir vor Nervosität nicht gelang, obwohl ich das Basiswissen hatte.

Die Lehrerin, die alte Dame, war leider nicht sehr geduldig. Also fing sie nach kurzer Zeit an mir auf die Finger zu hauen, wenn ich falsch spielte.

Das war dann das Ende meiner Ambition. ^^

Ich war noch ein paar mal bei ihr, aber es wurde immer schlimmer, weil ich nun zu der Nervosität noch Angst hatte falsch zu spielen.
Was natürlich passierte.

Kurzum, ich gab es auf. Verlor aber nie die Liebe zu der Klavier Musik.

Ich machte also jetzt das Experiment und besorgte mir ein billiges Keyboard. Wenn ich nicht spielte, war es finanziell zumindest kein großer Verlust.

Ich suchte mir ein einfaches Klavierstück raus.

„Nearer my God to thee“ (Das Stück was zuletzt auf  der Titanic gespielt wurde als sie unterging)

Ich brauchte 2 Wochen bis ich es spielen auswendig konnte. Und ich saß jeden Abend am Keyboard und übte. Meist nur 30 min, weil mein Kopf dann anschließend rauchte.

Anfangs war mein Mann nicht sonderlich begeistert. Ein bisschen hielt er es für eine Schnapsidee. Aber als er dann hörte, dass ich es doch konnte, stand er hinter mir.
Er ist immer noch völlig baff.

„Wie du das mit zwei Händen spielen kannst..!“

Ich werde bestimmt kein Pianist, aber darum ging es mir auch nicht.

Ich hab nach etwas gesucht, was ich immer wollte. Ein Hobby das mich glücklich macht. So lächerlich es auch sein mag, wenn man so spät noch damit beginnt. Es macht mich glücklich und damit habe ich Grund genug weiter zu spielen.

Ich habe gemerkt, dass es mir bei meiner Depression hilft. Ich kann loslassen, wenn ich spiele.
Seit dem sind meine Nächte deutlich besser und ich fühle mich ausgeglichener.

 

 



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