Mama, Kind und Lifestyle

Geburtsbericht – Das Herbstmädchen ist da!

Geburtsbericht – Das Herbstmädchen ist da!

Geburtsbericht – Das Herbstmädchen ist da!

Du bist da!

Schon zwei Tage vor der Geburt merkte ich, das etwas anders war.
Ich war richtig mies drauf. Schlecht gelaunt- genau wie an dem Tag vor zwei Jahren als ich mein erstes Kind bekam. Und eine erste schmerzhafte Wehe rollte an.
Sie kamen stündlich. Ich brachte dann die Große zu Bett und ging noch rüber aufs Sofa zum Fernsehen mit meinem Mann. Da waren immer noch Wehen.

Alle 30min und schmerzhaft. Ich entschied mich lieber hinzulegen und zu schlafen. Und dann kamen die Wehen alle 10 min.
Ich rief meine Mutter an, damit sie schon mal Bescheid wusste. Allein in den Kreißsaal wollte ich nämlich nicht und sie brauchte mind. 2 Stunden bis zur Ankunft.

Ich hielt noch bis morgens durch und dann kam die Oma gegen 7 Uhr an. Ich hatte die ganze Nacht geweht alle 10 min. Und dann wurden die Wehen schwächer. Ich fühlte mich von meinem Körper veralbert.
Ich rief meine Hebamme an, die mir riet ins Krankenhaus zu fahren um nachgucken zu lassen und ggf. einen Wehentropf zu legen. Alternativ sollte ich möglichst viel Ruhen damit ich Kraft hatte für die Geburt die vielleicht noch einen Tg braucht.

Wir fuhren also mit Kind und Oma ins Krankenhaus um einmal gucken zu lassen. Wehentropf wollte ich nicht. Auf dem CTG war natürlich nichts. Aber der Gebärmutterhals war plötzlich verstrichen und der Muttermund schon 1cm auf.

Die Hebamme sagte schon: „Heute Abend!“
Wir fuhren wieder nach Hause und ich entschied mich dafür mich lange auszuruhen. Die Nacht hatte ich eigentlich gar nicht geschlafen.
Den Nachmittag über passierte nichts. Gelegentlich eine Wehe die mal weh tat. Sonst nichts.
Ich kam mir doof vor.
Dann würde es Zeit meine Tochter zu Bett zu bringen.
Ich hatte immer wieder eine Wehe aber nicht so doll das ich los wollte.
Meine kleine schlief selig neben mit.
Dann gegen 21;00 fing es an. Die Wehen taten mehr weh und kamen alle 10 min. Ich konnte sie noch veratmen aber es tat richtig weh. Da war nichts mehr mit ignorieren und bis zum Morgen warten.

Ich vertraute meinem Instinkt und wollte ins Krankenhaus. Die Oma schlich ins Familienbett damit meine Tochter nicht allein blieb.

Wir nahmen alles mit und fuhren um 22:00 los.
So im Dunkeln war ich lange nicht draußen gewesen. Alles war gespenstisch leer.
Ich sorgte mich um meine Tochter zuhause und dass die Arme ohne mich dir Nacht verbringt- zum ersten Mal. So hatte ich mir das alles nicht vorgestellt.

Im Krankenhaus angekommen kam ich gleich ans CTG. Ich fragte ob jemand mal fühlen kann wie weit ich bin, weil ich so Schmerzen hatte.
Skeptisch fühlte die Hebamme und war überrascht. 5cm!
Ich kam gleich in Kreißsaal 6.
Wieder ein großes Bett wie bei der ersten Geburt.

Ich kam wieder ans CTG und die Wehen wurden so schmerzhaft, dass ich nach einer PDA verlangte.
Nach dem Blugetinnungstest bekam ich einen Katheter mit einem homöopathischen Mittel gegen Krämpfe und dann auch den Zugang zur PDA.
Das setzen der PDA war überhaupt nicht schlimm und ein Witz gegen die Wehen.
Ich dachte:“Hurra 5cm jetzt dauert es nicht mehr lang.“
Die PDA wirkte und ich konnte ruhen. Ich saß die Zeit über angelehnt im Bett weil jede andere Position mich wahnsinnig gemacht hatte.
Gelegentlich merkte ich eine Wehe. Aber ich sollte mich entspannen und ausruhen.
Nach etwa 2 Stunden merkte ich die Schmerzen wieder. Ich bekam Panik wie ich das alles schaffen sollte. Ich war so müde.
Die Hebamme fühlte und ich war bei? – 5cm.

Ich war völlig erschöpft und kein Fortschritt… ich bekam einen Wehentropf und Glukose über die Vene, weil es mir schlecht ging und ich auch völlig fertig war.
Die Wehen kamen  wieder und die PDA wurde aufgespritzt.
Dann durfte ich auf diesen tollen Toilettenrollstuhl damit die Blase frei wird und Platz macht.
Aber ich konnte nicht Wasser lassen. Aber jede Wehe drückte den Urin raus. Auch gut.

Dann wieder aufs Bett und die Schmerzen wurden mehr.
Ich konnte mich kaum entspannen und veratmen.
Nach einer Weile ging es mir besser durch die Glukose und ich sollte wieder Wasser lassen. Diesmal ging gar nichts. Ich bekam einen Katheter. Eine Qual während der Wehen auf dem Rücken zu liegen damit man pieschern kann.
Die Schmerzen wurden schlimmer. Ich war bei 8cm und die PDA wirkte nicht mehr.

Mein unterer Rücken brannte bei jeder Wehe wie Feuer und ich konnte den Druck kaum ertragen. Ich veratmete und war zu gleich verzweifelt. Dann wurde erneut gefühlt. Die Fruchtblase war noch zu und sollte nun geöffnet werden um den Druck zu nehmen.
Mit einem tollen Haken saß die Hebamme neben mir und wartete auf die nächste Wehe.
Sie kam und ich konnte kaum ruhig liegen bleiben. Und dann ging die Fruchtblase nicht mal auf.
„Die Haut ist aber fest! “
Es brauchte 2-3 Versuche bis sie auf war. Ich dachte ich spring im Dreieck!

Dann tröpfelte es ein wenig. Und richtig, wieder auf den Toilettenstuhl um Urin abzulassen und platz zu machen für die Geburt. Ich hatte durch die Vene 3 -4 Liter Flüssigkeit bekommen. Die Wehen waren unerträglich. Die Schmerzen im Rücken waren schlimm. Mein Bauch wurde hart und es drückte Bach unten. Aber gleichzeitig fühlte ich mich als musste ich in der Mitte durchbrechen.
Das Fruchtwasser lief ab und verbreitete diesen typischen Geruch den ich irgendwie grade nicht abkonnte.
Ich hielt mir was vor die Nase. Ich war zu empfindlich in dem Moment.
Nachdem Wasserlassen wieder nicht ging, kam der nächste Katheter.

Oh und die Wehen wurden schlimm. Ich schmiss mich hin und her. Die PDA wirkte nicht mehr trotz nachspritzen.
Ich hatte das Gefühl zu verbrennen sobald die Wehe ihren Höhepunkt erreicht hatte.
Ich schmiss mich bei jeder Wehe zur Seite und schrie einfach wenn veratmen nicht mehr half.
Ich veratmete tief und ließ die Luft raus. So gut es ging. Ich war völlig fertig.
Seit 36 Stunden wach. Schmerzen und das Baby noch nicht raus. Woher die Kraft nehmen? Ich bekam Angst.

Die Wehen kamen jede Minute. Und in den Pausen war ich so fertig das ich fast im Himmel war wegen dieser einen Minute schmerzfreiheit zwischen den Wehen. Zwischenzeitlich gab es einen Notfall und meine Hebamme rannte raus und ließ mich in der Obhut einer Azubine. Sie war sehr nett aber man hat ja doch nach allem ein mulmiges Gefühl.

Irgendwann kam sie wieder und dann war es endlich so weit. Die Hebamme fühlte und sagte: „Vollständig!!“
Ich durfte endlich in den Vierfüßlerstand.
Mein Rücken tat schrecklich weh und die Hebamme massierte den Rücken was mega gut tat.
Ich krallte mich am Bett fest und wartete auf die Wehen. Dann schob ich mit.
Mit jeder Presswehe merkte ich wie der Kopf tiefer rutschte.
Ich fragte: „Ist der Kopf schon da?“
„Nein noch nicht!“
Aber ich fühlte wie er immer tiefer sank. Ein unheimliches und doch fantastisches Gefühl.
Mit jeder weiteren Presswehe schob ich was das Zeug hielt.
Ich hatte all meine letzte Kraft aufgebracht und schob.
Dann riefen die Hebammen „Langsam!“ und mein Mann wurde gesagt er solle den Knopf drücken, wenn sie Bescheid sagen.
Das war für mich das Zeichen, das der Kopf fast da da war. Der Knopf ist für den Kinderarzt.
Dann presste ich weiter: „Wollen sie fühlen?“
Ich schrie:“Nein!“ Nicht weil ich nicht wollte, sondern weil ich das Bett nicht loslassen konnte ohne mein Gleichgewicht nicht zu verlieren. Ich hätte es gerne gefühlt.
Dann presste ich weiter. Plötzlich war der Kopf da und sie schaute die Hebammen wohl schon an.
„Hallo!“sSagten sie. Da guckt ja schon jemand!
Mit der nächsten Wehe wartete ich auf dieses sich drehende Gefühl. Die Schultern, die sich durch das Becken drehen.
Es kam und schon hielten sie mir mein Herbstmädchen durch die Beine nach vorn durch.
Ich konnte sie wieder nicht nehmen, wie schon bei meiner ersten Tochter.  Ich war zu schwach.
Sie lag da, ganz mit Käseschmmiere bedeckt in einer Lache aus Blut und Fruchtwasser.
Die Hebamme half mir sie hochzuheben und an mich zu drücken. Sie weinte ein wenig und ich versuchte mich langsam umzudrehen.
Endlich waren die Schmerzen weg.

Ich war völlig fertig. Und die Kleine im Arm beruhigte sich.
Nachdem die Nabelschnur auspulsiert hatte, wurde mein Mann gefragt ob er sie durch scheiden möchte. Aber das wollte er nicht, also übernahm ich das. (Hatten wir im Vorfeld so besprochen)

Ich trennte sie durch und lehnte mich zurück. Mein Shirt war völlig mir Blut beschmiert meine Socken durchtränkt.
Ich sollte stillen damit die Plazenta sich löst.
Und was ein Erfolgserlebnis- die Kleine stillte perfekt!

Aber das war noch nicht das Ende.
Die Plaztenta kam nicht. Auch nicht mit Wehentropf und Oxytocin Spritze.
Sie hatten Angst zu sehr dran zu ziehen da ich sonst stark bluten würde.
Die Ärztin kam und meinte, wenn sie nicht abgeht, brauch ich ne Vollnarkose und eine OP.
Ich war nervlich am Ende bei der Aussicht.

Doch zum Glück bekam ich Presswehen und wurde in die Hocke hoch gezogen. Dann kam die Plazenta doch noch raus – vollständig.
Welch ein Glück.
Mein Mann hielt unsere kleine Maus, während ich genäht wurde.,
Meine alte Narbe war auf gerissen, mehr aber nicht.

Danach bekam ich meine Tochter sofort wieder auf die nackte Haut und blieb 3 Stunden zum ruhen im Bett. Endlich geschafft!
53cm 3870gr. Und die Kleine stillte wie ein Naturtalent.
Nach ein paar Stunden durften wir dann ambulant gehen. Was mich sehr freute.

Im Schnitt hatte die Geburt mehr als 36 Stunden gedauert. Aktiv vermutlich erst ab Mittag des Vortages. In der Klinik war ich 9 Stunden. Also gute 21 Stunden aktive Geburt. Mein erstes Kind lag bei 3 Stunden. Hat mich schon umgehauen.

Das war mit das schwerste und schmerzhafteste was ich je erlebt hab. Das ich schreie vor Schmerzen ist extrem untypisch. Aber ich war teilweise an einem Punkt wo ich einen Kaiserschnitt haben wollte – weil ich einfach nicht mehr konnte.
Trotzdem hatte ich es geschafft und bin jetzt im Wochenbett zuhause sehr glücklich.

Die große Schwester ist auch sehr fürsorglich und nähert sich langsam an. Die Nächte sind noch durchwachsen aber es wird sich alles einpendeln. 🙂

Dies war definitiv meine letzte Schwangerschaft und Geburt. Nicht wegen der Erfahrung, sondern weil ich mit zwei Kindern einfach sehr zufrieden bin. 🙂 Ich fühle mich komplett!

 

Auf meinem Blog wird nun eine kleine Pause einziehen. Ich muss erst einmal alles hier allein mit zwei Kindern wuppen,  bevor ich wieder anfange zu bloggen. 🙂



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